Château Cheval Blanc zählt zu den bedeutendsten Weingütern von Saint-Émilion. Es liegt am Übergang zur Appellation Pomerol in der Nähe von Châteaux wie Figeac oder Petrus. Bei der ersten Klassifikation im Jahr 1954 erhielt das Gut den höchsten Rang als Premier Grand Cru Classé A, den es über Jahrzehnte mit Ausone teilte. Im Jahr 2021 zog sich das Weingut jedoch aus der Klassifikation zurück.
Die Ursprünge des Weinguts reichen bis ins Jahr 1832 zurück, als Rebparzellen aus dem benachbarten Château Figeac herausgelöst wurden. Gestalt gewann das Gut unter Jean Laussac-Fourcaud, dessen Familie das Anwesen fast 150 Jahre prägte. Das herrschaftliche Weingut entstand im späten 19. Jahrhundert. Im Jahr 1998 erwarben der belgische Unternehmer Albert Frère und Bernard Arnault, der Chef der LVMH-Gruppe, das Weingut von den 42 Erben der Familie Fourcaud-Laussac.
Die 39 Hektar Rebfläche sind in zahlreiche Parzellen gegliedert, die je nach Rebsorte, Rebalter und Boden getrennt bewirtschaftet werden. Für das rechte Ufer ungewöhnlich dominiert Cabernet Franc, ergänzt um Merlot sowie kleine Anteile Cabernet Sauvignon und Malbec. Das Terroir verbindet Kies, Lehm und Sand – eine Mischung, die Château Cheval Blanc mit Nachbarn wie Figeac, Petrus und La Dominique teilt.
Seit 1991 leitet Pierre Lurton das Château. Er war bereits vor dem Eigentümerwechsel im Jahr 1998 im Amt und ist somit ein Garant für Kontinuität. Seit 2008 verantwortet Pierre-Olivier Clouet die technische Direktion. 2011 wurde ein von Christian de Portzamparc entworfener Keller eingeweiht. Dessen geschwungene Betonschalen wölben sich über fünfzig maßgefertigten Gärbehältern und spiegeln die parzellengenaue Arbeit im Inneren wider. Der Ausbau erfolgt rund achtzehn Monate in neuen französischen Eichenfässern.
Die Weine von Château Cheval Blanc verbinden Kraft mit Finesse und verfügen über ein seidiges und zugleich tiefes Profil aus reifer Frucht, feiner Würze und klarer Struktur. Der Grand Vin reift über Jahrzehnte und zählt zu den gesuchten Sammlerweinen des Borelais. Legendäre Jahrgänge wie 1947 gelten als Maßstab und auch jüngere Jahrgänge erhielten von Kritikern wie Robert Parker wiederholt Höchstnoten. Den Zweitwein bildet Le Petit Cheval.


















