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Château Sociando-Mallet 2018: Jetzt beginnt die spannende Trinkphase

Es sind diese Tage, an denen die Abende kühler, die Nächte länger und das Wetter rauer werden. Sie wecken jedes Jahr aufs Neue meine Lust auf kräftige Rotweine aus Bordeaux. Während meiner alltäglichen Arbeit im Weinkeller dachte ich deshalb darüber nach, welche Flasche ich am Abend mit in die WineBANK Oldenburg nehmen würde. Dabei bin ich über zwei Kisten Château Sociando-Mallet 2018 gestolpert, einen Wein, zu dem ich im Laufe der Jahre eine besondere Beziehung aufgebaut habe.

Schon als Bordeaux-Neuling habe ich die Weine von Sociando-Mallet regelmäßig gekauft, da ich ihre Verbindung aus Struktur, Tiefgang und Charakter schätze. Sie sind anspruchsvoll genug, um auch nach vielen Jahren der Beschäftigung mit Bordeaux spannend zu bleiben, gleichzeitig aber auch für Einsteiger zugänglich. Genau deshalb war der 2018er Sociando-Mallet eine gute Wahl für unser kleines „Fachtreffen“ mit zwei Weinfreunden, die gerade erst begonnen haben, ihren eigenen Keller aufzubauen und sich intensiver mit Bordeaux zu beschäftigen.

Hinzu kommt für mich ein bemerkenswertes Preis-Leistungs-Verhältnis. Gerade in kraftvollen Jahrgängen wie 2018, 2019, 2020 und 2022 gehört Sociando-Mallet für mich zu den spannendsten Bordeaux dieser Preisklasse. Doch am Ende ist ohnehin entscheidend, was im Glas passiert. Wir haben uns bei unserem Treffen in der wineBANK deshalb entschieden, den Wein nicht zu dekantieren, sondern die Flasche über den Abend verteilt zu genießen und seine Entwicklung im Glas zu verfolgen.

Gerade diese Entwicklung machte den Château Sociando-Mallet 2018 an diesem Abend so interessant. Über einen Zeitraum von rund drei Stunden haben wir den Wein immer wieder nachverkostet und konnten beobachten, wie er sich mit zunehmender Luft veränderte. Es ging uns dabei weniger darum, den Wein möglichst schnell auf den perfekten Trinkpunkt zu bringen, sondern vielmehr darum, seine Entwicklung mit jedem weiteren Glas zu verfolgen.

Mein Fazit zum Château Sociando-Mallet 2018 aus Haut-Médoc

Gemeinsam mit Weinfreunden habe ich den Château Sociando-Mallet 2018 aus einer 0,75-Liter-Flasche in der WineBANK Oldenburg verkostet. Der Rotwein aus dem Haut-Médoc hat einen Alkoholgehalt von 14,5 % Vol. und setzt sich aus den Rebsorten Merlot (66%), Cabernet Sauvignon (30%) und Cabernet Franc (4%) zusammen. Nachfolgend findest Du meine Verkostungsnotizen:

Anblick: Im Glas zeigt sich ein dunkles bis tiefdunkles Rubinrot mit sehr dunkler Mitte und dezenter Randaufhellung. Der Wein präsentiert sich strahlend klar und mit einer hohen Viskosität.

Geruch: Die ausgeprägte Nase öffnet sich mit einem reifen Beeren- und Früchtekompott. Besonders deutlich zeigen sich Blaubeeren, begleitet von Schokolade, Bleistiftspitze und einer pfeffrigen Würze. Insgesamt ein komplexes Bouquet.

Geschmack: Der Gaumen ist von einer kühlen Frische und mineralischen Noten im Mittelmund geprägt. Die feingliedrigen Tannine bauen sich bis zum Finale zunehmend auf und werden von einer lebhaften, frischen Säure getragen. Der Wein bleibt im Nachgang präsent, wirkt im mittellangen Finale allerdings etwas flacher, als es die Nase zunächst erwarten lässt.

Fazit (94+ Punkte): Der Château Sociando-Mallet 2018 befindet sich am Beginn einer spannenden Trinkphase. Die Frucht ist noch deutlich präsent, gleichzeitig zeigen sich erste Anzeichen der Reife. Mit zunehmender Luft gewann der Wein an diesem Abend merklich und zeigte immer wieder neue Nuancen.

Wer mehrere Flaschen im Keller hat, kann aus meiner Sicht jetzt damit beginnen, die ersten zu öffnen. Gerade das Zusammenspiel aus Frucht, beginnender Reife und immer neuen Nuancen macht den Château Sociando-Mallet 2018 für mich derzeit so spannend.

© Titelbild/Bilder: Kim-Christopher Granz, SelteneWeine.de

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