Château Beychevelle zählt zu den prestigeträchtigsten Adressen der Appellation Saint-Julien im Médoc. In der Klassifikation von 1855 wurde es als Quatrième Grand Cru Classé eingestuft. Das Weingut nahe der Gironde verbindet klassische Bordelaiser Weinbaukunst mit einer der schönsten Schlossanlagen der Region – nicht umsonst wird es als das „Versailles des Médoc” bezeichnet.
Seine Geschichte beginnt im Jahr 1565 mit dem Bau des Anwesens durch Bischof François de Foix-Candale. Über dessen Familie kam es an den Herzog von Épernon, Jean-Louis de Nogaret de la Valette, Großadmiral von Frankreich. Vorbeifahrende Schiffe sollen aus Respekt die Segel gestrichen haben – das gaskognische „Bécha Véla” (baisse voile, „streich die Segel”) gab dem Gut den Namen. Das Drachenboot ziert bis heute das Etikett. Im 18. Jahrhundert ließ die Familie Brassier das heutige Schloss errichten. Seit 1989 ist der japanische Konzern Suntory beteiligt, der das Weingut seit 2011 gemeinsam mit der Gruppe Castel unter dem Dach von Grands Millésimes de France führt.
Die rund 90 Hektar Reben von Château Beychevelle liegen auf tiefgründigen Garonne-Kiesböden am linken Ufer der Gironde. Die besten Parzellen befinden sich auf dem flussnahen Plateau in der Nachbarschaft von Château Ducru-Beaucaillou. Die Nähe des Stroms reguliert das Klima und schützt vor Frost. Das Gut ist mehrheitlich mit Cabernet Sauvignon (gut die Hälfte, Tendenz steigend) bestockt, dazu kommen Merlot sowie kleinere Anteile Petit Verdot und Cabernet Franc.
Im Keller folgt auf Handlese und strenge Sortierung die parzellenweise Gärung in 59 Edelstahltanks des im Jahr 2016 fertiggestellten, gläsernen Kellerneubaus. Der Grand Vin reift anschließend rund 18 Monate in französischen Barriques, in jüngeren Jahrgängen zu etwa 70 Prozent aus neuem Holz. Seit 1995 ist Philippe Blanc Direktor, unterstützt von Kellermeister Romain Ducolomb.
Die Weine präsentieren sich kraftvoll und zugleich seidig mit feiner Tanninstruktur, aromatischer Vielschichtigkeit und großem Reifepotenzial. Daneben erzeugt das Gut mit „Amiral de Beychevelle” einen Zweitwein sowie mit „Les Brulières de Beychevelle” einen Haut-Médoc. Für Liebhaber klassischer, langlebiger Saint-Julien-Weine bleibt Château Beychevelle eine der verlässlichsten Adressen des Médoc.


















