Das Weingut Prunotto blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück und zählt heute zu den renommiertesten Häusern des Piemonts. Sein Name ist eng mit der Entwicklung der Langhe verbunden – von den Anfängen des Flaschenweinhandels bis zur frühen Idee des Lagenweins, die das Haus in der Region maßgeblich mitprägte.
Der Betrieb wurde 1904 als Genossenschaftskellerei „Ai Vini delle Langhe” in Serralunga gegründet. Nachdem die Genossenschaft 1922 aufgrund wirtschaftlicher Turbulenzen in Liquidation ging, übernahmen Alfredo Prunotto und seine Frau Luigina die Kellerei und gaben ihr ihren Namen. Unter ihrer Führung entstanden Barolo und Barbaresco, die dank früher Flaschenabfüllung schon bald in die USA und nach Südamerika exportiert wurden. 1956 ging das Weingut an den Önologen Beppe Colla über, der es gemeinsam mit Carlo Filiberti und seinem Bruder Tino führte.
Beppe Colla gehörte zu den Pionieren des piemontesischen Lagengedankens: Ab 1961 füllte Prunotto einzelne Crus wie den Barolo Bussia und den Barbera d’Alba Pian Romualdo separat ab – zu einer Zeit, als dies in der Region noch die Ausnahme war. 1972 bezog das Unternehmen eine neue Kellerei bei Alba, die vom Architekten Ugo Della Piana entworfen wurde und bis heute das Zentrum des Betriebs bildet.
1989 übernahm die florentinische Winzerfamilie Antinori zunächst den Vertrieb. Nach dem Rückzug der Colla-Brüder folgte 1994 die vollständige Übernahme durch die Marchesi Antinori. Unter Albiera Antinori, der ältesten Tochter von Marchese Piero Antinori, erwarb Prunotto eigene Spitzenlagen wie Bussia und Costamiole. Heute bewirtschaftet das Gut rund 74 Hektar in den Regionen Langhe und Monferrato. Dazu gehören Bussia im Barolo-Gebiet, Bric Turot in Barbaresco und Costamiole bei Agliano. Im Keller reifen die Weine je nach Typ in Barriques und großen Eichenfässern.
Das Aushängeschild ist der Barolo Bussia mit seiner komplexen Frucht und feinen Tanninstruktur, begleitet vom Barbera d’Alba Pian Romualdo mit lebendiger Säure und samtiger Textur. Das Portfolio von Prunotto wird durch Barbaresco, Dolcetto, Moscato d’Asti und Neuerungen wie Albarossa ergänzt. So verbindet das Haus piemontesische Tradition mit der Präzision eines modern geführten Familienbetriebs.





























