Diebstahl bei Antinori: 30.000 Flaschen im Wert von 5 Mio. Euro verschwunden
Es dürfte sich um einen der größten Weindiebstähle handeln, die Italien je erlebt hat. In der Nacht zum Montag, dem 5. Oktober 2026, drangen sieben maskierte Täter in das Weinlager von Marchesi Antinori im toskanischen Cortona ein. Sie setzten die Alarmanlage und die Überwachungskameras außer Betrieb, fuhren mit zwei Lastwagen vor und verluden die Ware mithilfe der firmeneigenen Gabelstapler. Rund 30.000 Flaschen Wein im Wert von geschätzt fünf Millionen Euro verschwanden in dieser Nacht. Der Verlust wurde erst am Montagmorgen bemerkt, als die Mitarbeiter zur Arbeit kamen.
Was gestohlen wurde, verrät mehr über die Täter als die Menge. Betroffen sind nach bisherigen Berichten ausschließlich die Spitzenweine Solaia, Tignanello und Guado al Tasso aus dem Jahrgang 2023, wobei je nach Quelle zwischen 10.000 und 12.000 Flaschen Solaia verschwanden. Bei einer Jahresproduktion von rund 50.000 Flaschen entspricht das etwa einem Fünftel bis knapp einem Viertel des gesamten Jahrgangs. Ein erheblicher Teil des Solaia 2023 befindet sich somit in den Händen der Diebe. Welche Werte hier entwendet wurden, verdeutlichen die aktuellen Handelspreise: Allein eine Flasche Solaia 2023 kostet bei Seltene Weine 380 Euro.
Gezielter Diebstahl mit Folgen für den Weinhandel
Laut der Fachpresse geht Renzo Cotarella, Geschäftsführer von Marchesi Antinori, davon aus, dass hinter dem Diebstahl eine professionell organisierte Bande steckt. Er hält einen Zusammenhang mit weiteren Einbrüchen in italienische Weinkeller der vergangenen Monate für möglich. Erst im Vorjahr waren in Norditalien mehrere tausend Flaschen Barolo entwendet worden. Die gezielte Auswahl der gestohlenen Weine stützt die Vermutung eines geplanten Vorgehens. Schließlich wurden aus einem umfangreichen Lagerbestand ausschließlich drei Spitzenweine eines einzigen Jahrgangs entwendet. Die Frage, wie die Täter eine derart große Menge hochwertiger Weine wieder in den Handel bringen wollen, dürfte ebenfalls die Ermittler beschäftigen.
Für uns als Händler hat der Fall eine sehr konkrete Seite. Antinori hat seine internationalen Partner umgehend informiert und bittet sie, bei Angeboten, die außerhalb der offiziellen Vertriebswege auftauchen, besonders aufmerksam zu sein. Die betroffenen Flaschen sollen über das Zertifizierungssystem des Hauses identifizierbar sein. Entsprechend wichtig ist es, beim Erwerb auf eine nachvollziehbare Herkunft zu achten. Unsere eigene Allokation des Solaia 2023 ist gesichert, sodass wir unsere Kunden wie gewohnt mit diesem außergewöhnlichen Wein versorgen können. Bei Fragen zum Solaia 2023 oder anderen Weinen von Antinori stehen wir Dir selbstverständlich gerne persönlich zur Verfügung.
© Titelbild/Bilder: Kim-Christopher Granz, SelteneWeine.de
















