Das Weingut Angelo Gaja in Barbaresco ist einer der prägenden Namen des italienischen Weinbaus. Kein anderes Weingut hat den Ruf des Piemonts international so vorangetrieben. Seine Einzellagen-Barbaresci gehören zu den gesuchtesten Weinen Italiens und sind aus den Kellern ernsthafter Sammler nicht wegzudenken. Wie Angelo Gaja selbst einmal sagte: „Tradition darf nie Stillstand bedeuten, sondern muss immer der Ausgangspunkt für Neues sein.”
Das Weingut wurde 1859 von Giovanni Gaja in Barbaresco gegründet. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts lieferte die Familie Flaschenweine an die italienische Armee in Abessinien – eine damals große Seltenheit. Angelo Gajas Vater Giovanni erweiterte die Rebflächen in der Mitte des 20. Jahrhunderts, ehe Angelo 1961 in den Betrieb eintrat. Mit Ertragsbegrenzung, grüner Lese, temperaturgeführter Gärung und dem Barrique schrieb er Weinbaugeschichte – und das weit über die Appellation hinaus. Heute führen seine Kinder Gaia, Rossana und Giovanni das Unternehmen in der fünften Generation.
In Barbaresco und Barolo bewirtschaftet Gaja rund 100 Hektar Reben. Die kalkmergel- und sandhaltigen Böden der Langhe-Hügel verleihen dem Nebbiolo Finesse und feine Mineralität; Südlagen und das kontinentale Klima sorgen für gleichmäßige Reife. Berühmt sind vor allem die Einzellagen Sorì San Lorenzo, Sorì Tildin und Costa Russi, die 1967, 1970 bzw. 1978 erstmals separat abgefüllt wurden – eine Pionierleistung im Piemont.
Im Keller verbindet das Weingut moderne Präzision mit Langhe-Tradition: Nach der temperaturkontrollierten Gärung und dem biologischen Säureabbau reifen die großen Weine rund zwölf Monate im Barrique und anschließend etwa ebenso lange im großen Holzfass. Von 1996 bis 2012 erschienen die Crus wegen eines kleinen Barbera-Anteils bewusst als Langhe DOC. Seit dem Jahrgang 2013 sind sie wieder reinsortig aus Nebbiolo als Barbaresco DOCG klassifiziert.
Die Weine von Angelo Gaja vereinen Konzentration, Struktur und Eleganz. Dicht und tanninreich in der Jugend, belohnen sie eine lange Flaschenreife über Jahrzehnte hinweg. Im Jahr 1988 kehrte das Weingut mit dem Kauf von Lagen in Serralunga d’Alba nach Barolo zurück (Sperss), 1994 folgte Pieve Santa Restituta in Montalcino und 1996 Ca’ Marcanda in Bolgheri. Später folgte das Etna-Projekt Idda, das gemeinsam mit der Familie Graci umgesetzt wurde. So bietet Gaja ein Portfolio, das Kenner und Sammler gleichermaßen anspricht.





























