Château Belgrave zählt zur Appellation Haut-Médoc und wurde in der Klassifikation von 1855 als Cinquième Grand Cru Classé eingestuft. Das Weingut in der Gemeinde Saint-Laurent-Médoc liegt unmittelbar an der Grenze zu Saint-Julien und diese Nachbarschaft spiegelt sich in der feinen Stilistik seiner Rotweine wider, die an Saint-Julien erinnert – ein fester Begriff unter Weinliebhaber, die klassischen Médoc zu fairen Preisen suchen.
Die Wurzeln von Château Belgrave reichen bis in die Zeit Ludwigs XV. zurück. Damals diente das Anwesen als Jagdschloss. In einem Médoc-Ranking von 1815 erscheint es noch unter seinem alten Namen „Coutanceau”. Um 1850 gab der Bordelaiser Kaufmann Bruno Devez dem Gut den heutigen Namen, erneuerte die Weinberge und errichtete das Herrenhaus. 1855 folgte die Aufnahme in die Klassifikation. Nach mehreren Eigentümerwechseln übernahm das Handelshaus Dourthe im Jahr 1979 die Bewirtschaftung und leitete eine bis heute andauernde Renaissance ein.
Die rund 60 Hektar großen Weinberge erstrecken sich über zwei Kieskuppen mit tiefgründigen Kiesböden über tonigem Untergrund in direkter Nachbarschaft zu Château Lagrange. Die Kiesschichten speichern tagsüber Wärme und geben sie nachts an die Reben ab. Das Gut ist zu etwa zwei Dritteln mit Cabernet Sauvignon bestockt und wird durch rund 30 Prozent Merlot und einen kleinen Anteil Petit Verdot ergänzt. Die Nähe zur Gironde-Mündung mildert das Mikroklima.
Im Keller setzt das Team auf parzellenweise Vinifikation in 33 Edelstahltanks und sechs Holzgärständen, um jede Lage getrennt zu interpretieren. Das Önologenteam von Dourthe arbeitet mit dem beratenden Önologen Michel Rolland zusammen und überwacht die Extraktion und den Ausbau präzise. Der Grand Vin reift anschließend rund zwölf Monate in französischen Barriques, davon ist etwa ein Drittel neu.
Die Weine von Château Belgrave verbinden Dichte und Tiefe mit Frische und einer feinen Tanninstruktur. Aromen reifer, dunkler Beeren, Gewürze und dezente Röstnoten prägen ihr Profil, das sich über Jahre im Keller weiterentwickelt. Aus den jüngeren Reben entsteht seit 1978 der Zweitwein Diane de Belgrave, dessen Name an die römische Jagdgöttin und damit an die Ursprünge des Anwesens erinnert.


















