Château Ausone zählt zu den traditionsreichsten Weingütern von Saint-Émilion. Es trug bis zum Jahrgang 2021 die höchste Stufe der Klassifikation, Premier Grand Cru Classé A, verzichtet jedoch seit dem Jahrgang 2022 freiwillig auf diese Einordnung und führt allein die Bezeichnung Saint-Émilion Grand Cru. An dem Reklassifizierungsverfahren nahm es bewusst nicht mehr teil. Das ändert jedoch nichts an seinem Rang unter den führenden Gütern des rechten Bordeaux-Ufers.
Der Name des Weinguts verweist auf den römischen Dichter Ausonius, der im 4. Jahrhundert hier Weinbau betrieben haben soll. Die Familie Vauthier prägt Château Ausone seit Generationen, lange in geteiltem Besitz mit der Familie Dubois-Challon. 1976 übernahm Pascal Delbeck die Kellerleitung und führte das Gut aus einer schwächeren Phase. Mitte der 1990er Jahre sicherte sich Alain Vauthier nach langem Rechtsstreit die alleinige Kontrolle. Bis 2013 begleitete Michel Rolland die Assemblage, seither entsteht sie im Haus.
Die rund sieben Hektar großen Weinberge liegen am steilen Südhang und auf dem Kalksteinplateau über dem Ort. Den Untergrund bilden Ton und Kalkmergel über massivem Asteria-Kalkfels, der für die ausgeprägte Mineralik sorgt. Die südliche Ausrichtung und die schützenden Felswände mildern Temperaturschwankungen und fördern eine gleichmäßige Reife. Selbst in trockenen Sommern sichert der Kalksockel die Wasserversorgung der teils sehr alten Reben.
Nach der Handlese vergärt Château Ausone die Trauben in traditionellen Holzgebinden. Seit 1995 findet der biologische Säureabbau in Barriques statt, was den Weinen eine feine Textur verleiht. Anschließend reift der Grand Vin bis zu 24 Monate in neuen französischen Eichenfässern. In den in den Fels geschlagenen Kellern herrscht ein kühles, feuchtes Mikroklima, das Eleganz und Langlebigkeit begünstigt.
Im Glas wirken die Weine konzentriert und zugleich fein, getragen von kühler Würze und einer Frische, die der hohe Anteil an Cabernet Franc verleiht. Der Grand Vin von Château Ausone gewinnt über Jahrzehnte an Komplexität und zählt zu den gesuchten Raritäten des Bordeaux. Als Zweitwein ergänzt La Chapelle d’Ausone, der erstmals 1995 abgefüllt wurde, das Sortiment. Für Weinsammler bleibt Château Ausone eine feste Größe der Region.




















